Private Altersvorsorge
Die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung wurden in den
vergangenen Jahren immer wieder beschnitten, sodass besonders
Normalverdiener im Alter kaum noch ausreichende Renten erhalten, um den
gewohnten Lebensstandard beibehalten zu können.
Und auch in Zukunft ist die (gesetzliche) Rente alles andere als
sicher. Die private Altersvorsorge wird daher immer wichtiger.
Grundsätzlich bieten sich verschiedene
Möglichkeiten, sich durch eine private
Altersvorsorge von der gesetzlichen Rente
unabhängiger zu machen.
Immobilie - Eigengennutzung:
Die eigengenutzte Immobilie stellt
sicherlich eine der traditionsreichsten und bedeutendsten Schritte in
eine umfangreiche private Altersvorsorge
dar. Zwar wird durch die eigene Immobilie kein zusätzliches
Einkommen generiert, allerdings entfallen eventuelle Mietkosten
für eine entsprechende Unterkunft.
Gerade im Ruhestandsalter, wenn das Einkommen tendenziell geringer ist
als im Erwerbsalter, führt diese Ersparnis zu einer
erheblichen Entlastung der Haushaltskasse.
Der besondere Vorteil: Die eigene
Immobilie kann bereits lange vor dem Rentenalter genutzt werden und
ermöglicht bereits im Erwerbsalter einen höheren
Lebensstandard.
Immobilie - Fremdnutzung:
Eine Immobilie zu kaufen und diese dann zu vermieten - das ist
besonders für Menschen interessant, die bereits eine eigene
Immobilie besitzen und sich ein zusätzliches passives
Einkommen als private Altersvorsorge aufbauen möchten.
Fremdgenutzte Immobilien bieten nicht nur gute Möglichkeiten,
die "Haushaltsbilanz" durch Mieteinnahmen zu verbessern, sondern auch
Steuervorteile, die bereits im Erwerbsalter zu einer finanziellen
Entlastung und "mehr Netto" führen können.
Riester-Rente:
Für Personen, die nicht unbedingt eine eigne Immobilie
erwerben möchten, sondern die private
Altersvorsorge erst einmal im kleineren
Umfang betreiben wollen, ist die Riester Rente
sicherlich ein sehr interessantes Produkt.
Besonders die staatlichen Förderungen, die in manchen
Fällen bis zu 90 Prozent der gesamten Einzahlungen ausmachen
können, machen diese private Altersvorsorge
interessant und attraktiv.
Gerade für junge Familien mit Kindern und
einkommensschwächere Alleinverdiener ist der Abschluss
einer Riester Rente interessant, da hier die staatliche
Förderquote am höchsten ist.
Rürup-Rente / Basisrente:
Für Selbstständige und Freiberufler ist die
Rürup Rente (Basisrente) das einzige staatlich
geförderte Produkt für die private Altersvorsorge.
Bei der Rürup Rente handelt es sich im Grunde genommen um eine
Leibrente, die an die gesetzliche Rentenversicherung angelehnt ist.
Die Beiträge für diese Versicherung sind
größtenteils steuerlich absetzbar und werden in
Zukunft zu einhundert Prozent steuerlich abzugsfähig sein.
Dadurch ist die Rürup Rente vor allem für
Selbstständige und Freiberufler mit einem hohen
persönlichen Steuersatz interessant.
Betriebliche Altersvorsorge - BAV:
Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge,
auf die jeder Arbeitnehmer in Deutschland auch einen Rechtsanspruch
hat, sagt der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer verschiedene
Versorgungsleistungen im Alter, bei Invalidität und/oder im
Todesfall zu.
Diese Zusage kann in Form einer Direktzusage,
Unterstützungskasse, Pensionskasse, eines Pensionsfonds oder
einer Direktversicherung erfolgen. In welcher Form die
BAV letztlich angeboten wird, bestimmt grundsätzlich der
Arbeitgeber. Die Kosten für die BAV können entweder
vom Arbeitgeber getragen werden oder vom Arbeitnehmer, im Rahmen der
sogenannten Entgeltumwandlung.
Unabhängig von der Wahl eines bestimmten Produktes bekommt die
private Altersvorsorge eine immer
größere Bedeutung. Doch gerade in
Krisenzeiten haben zahlreiche Altersvorsorgeprodukte ihre
Schwächen gezeigt. Eine kapitalgedeckte Altersvorsorge bringt
grundsätzlich immer das Risiko eines Kaufkraftverlustes mit
sich, wenn beispielsweise langfristige Inflationsphasen auftreten.
Daher können Immobilien oder andere Sachwertinvestitionen eine
sinnvolle Ergänzung oder sogar ein Äquivalent
für die kapitalgedeckte private Altersvorsorge
sein.